Wie du heute fährst
Wind über Wien wird geprüft…
Was du wissen solltest
Die Donau, Zwentendorf bis Bratislava
Der Fluss lädt …
Und in Wien: welches Ufer
Die Karte: Gelände, Wind und deine Runde
Wind über den Tag
Deine Runde, Abschnitt für Abschnitt
Noch keine Richtung gewählt. Such dir unten eine aus — dann stehen hier Höhenprofil, Höhenmeter, Umkehrpunkt und der Wind auf jedem einzelnen Abschnitt.
Richtungen — such dir eine aus
Wie das gerechnet wird
Die Mathematik, in Worten
Die Windrichtung aus der Vorhersage ist meteorologisch: die Himmelsrichtung, aus der der Wind kommt. Gegen einen 300°-Wind zu fahren heißt, nach Nordwesten zu fahren, mitten hinein.
Für einen Fahrtkurs θ und eine Windrichtung w
bei Stärke v:
Gegenwind = v · cos(w − θ) → positiv = Gegenwind, negativ = Rückenwind
Seitenwind = v · sin(w − θ) → der Schub von der Seite
Die Fahrt dauert Stunden, also dreht der Wind
57 km hin und zurück bei 23 km/h sind zweieinhalb Stunden. Der Wind am Umkehrpunkt ist oft nicht mehr der, in dem du losgefahren bist. Deshalb wird jeder Abschnitt gegen die Vorhersage für die Stunde gewertet, in der du tatsächlich darauf bist.
Diese stündlichen Winde werden als Vektoren gemittelt, nicht als Zahlen. 350° und 10° arithmetisch gemittelt ergibt 180° — genau verkehrt herum.
Die wichtigste Zahl ist der Netto-Wert:
netto = Gegenwind(Hinweg) + Gegenwind(Heimweg)
Bei stetigem Wind hebt sich das ungefähr auf — was du hinaus kämpfst, bekommst du heim zurück. Ein deutlich positiver Wert heißt: der Wind dreht mit dir mit und du fährst in beide Richtungen dagegen an. Das ist der Tag, den man vorher wissen will.
Der Fluss ist keine Gerade
Aus Wien heraus läuft die Donau nach Nordwesten, schwenkt aber bei Greifenstein scharf nach Westen — von 302° auf 265° — Richtung Tulln. Flussabwärts biegt sie andersherum, von 120° bei der Lobau auf 87° hinter Eckartsau. Rückenwind auf einem Abschnitt ist Seitenwind auf dem nächsten.
Die Route ist deshalb eine Liste von Abschnitten mit je eigenem Kurs und eigener Länge, jeder gegen den Wind seiner eigenen Stunde gewertet. Die Gesamtwerte sind längengewichtete Mittel daraus, keine einzelne Zahl für den ganzen Fluss.
Die Punkte von 100
Die Zahl auf jeder Richtungskarte ist kein Messwert, sondern eine Rangfolge: sie existiert nur, damit sich zehn Richtungen sortieren lassen. Jede Fahrt startet bei 100, und es gibt ausschließlich Abzüge — Rückenwind bringt keine Punkte, er kostet bloß keine. Deshalb bedeutet 100 nicht „perfekt", sondern „nichts gefunden, was dagegen spricht".
100
− 2,2 · netto Gegenwind hin UND heim, in km/h
− 0,5 · Gegenwind hin
− 0,9 · Gegenwind heim heimwärts wiegt schwerer
− 0,5 · Uferaufwand gefühlter Wind auf der besseren Uferseite
− 1,6 · Höhenmeter als km/h Gegenwind gerechnet
− 0,6 · (Böen − 35) erst über 35 km/h
− 0,25 · Regen Spitzenwahrscheinlichkeit in %
− 30 · Anteil nach Sonnenuntergang
− 55 · Anteil nach letztem Licht
danach auf 0–100 begrenzt
Negative Posten zählen nicht: Rückenwind, Gefälle und ein trockener Himmel setzen ihre Zeile schlicht auf null.
Drei Entscheidungen darin sind Absicht und keine Physik. Der Netto-Wert wird doppelt gezählt — einmal als eigener Posten mit dem mit Abstand größten Gewicht, dann noch einmal über Hin- und Heimweg einzeln. Das ist gewollt: ein Tag, an dem der Wind mitdreht und dich in beide Richtungen anbläst, soll jede andere Überlegung überstimmen. Höhenmeter wiegen etwas weniger als Wind derselben Größe (1,6 gegen 2,2), weil ein Anstieg ein Ende hat und man ihn einteilen kann; der Wind lässt nicht nach. Und Dunkelheit ist der härteste Posten, weil sie als einzige nicht bloß unangenehm, sondern gefährlich ist — eine Fahrt, die ganz hinter dem letzten Licht liegt, verliert 85 Punkte und ist damit erledigt, wie gut der Wind auch stünde.
An ruhigen Tagen liegen die Richtungen entsprechend eng beisammen, und dann ist der Vorsprung von zwei, drei Punkten nichts, worauf man etwas geben sollte. Lies die Zahl als Reihenfolge, nicht als Note.
Eine Karte, zwei Maßstäbe
Es waren vier Kartenabschnitte. Das war der Fehler: eine Seite, die eine Frage beantwortet, hatte vier getrennte Bilder derselben Landschaft, und du musstest sie nebeneinanderhalten und selbst herausfinden, wie sie zusammengehören. Der Grund dafür war echt — die Donauinsel ist 200 m breit, also drei Pixel in einem 67-km-Rahmen — aber die Antwort auf ein Maßstabsproblem ist ein Zoom, keine weitere Karte. Jetzt gibt es eine Karte mit zwei Ausschnitten und derselben Zeichenlogik: Rund um Wien und Wien. Was du wählst, bleibt gespeichert.
Und die gewählte Runde ist eingezeichnet. Das hat vorher gefehlt und war der eigentliche Mangel: die Seite empfahl eine Richtung, rechnete sie durch, zeichnete ihr Höhenprofil — und zeigte dann eine Karte der Gegend, auf der die Strecke nicht vorkam. Jeder Abschnitt ist nach dem Wind eingefärbt, den du auf ihm hast.
Die Karte darüber ist der Fluss selbst, von Zwentendorf bis Bratislava, mit dem Wind an jedem Punkt auf dem Wasser abgefragt statt aus einem einzigen Wiener Messwert hochgerechnet. Das macht einen Unterschied: an einem windigen Nachmittag hat das Tullnerfeld 24 km/h, während die Stadt bei 7 liegt, weil der Wienerwald dazwischensteht.
Die Pfeile zeigen, wohin der Wind weht, nicht woher — neben einem Radweg ist das die einzige interessante Frage. Die Farbe beantwortet sie gegen den Fluss: grün trägt dich flussabwärts Richtung Bratislava, rot zurück flussaufwärts Richtung Tulln, grau quer über den Weg.
Die große Karte zeigt denselben Wind auf einem Raster über das Land rund um Wien — für die Tage, an denen die Antwort „heute nicht die Donau" lautet. Ihr Hintergrund ist echtes Gelände, einmalig aus Höhendaten abgetastet und mitgeliefert.
Darauf liegt ein Straßennetz aus OpenStreetMap: Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen, dazu die Fernradrouten — der Donauradweg und was sonst aus der Stadt hinausführt. Ohne das war das Relief nur Schattierung: Hügel, die man nicht benennen kann, sind Textur. Erst mit A21, B14 und der Donau wird aus dem Bild eine Gegend, die man wiedererkennt. Beschriftet sind nur Autobahnen und Bundesstraßen; die Landesstraßen bleiben als Linien, weil 87 Nummern die Karte zugedeckt haben.
Roh liefert OpenStreetMap dafür rund 110 000 Koordinaten in 19 000 Teilstücken — OSM zerschneidet eine Straße an jeder Kreuzung. Zur Bauzeit werden die Stücke über ihre Nummer wieder zu ganzen Straßen verkettet, mit Douglas-Peucker vereinfacht und alles unter ein paar Kilometern verworfen. Übrig bleiben 1 000 Punkte, die einmal geladen und dann zwischengespeichert werden.
Das Gelände ist nicht nur schattiert, sondern trägt Höhenlinien alle 100 m, jede fünfte kräftiger. Der Grund: Schattierung sagt dass sich der Boden bewegt und wohin er schaut, aber nicht um wie viel — bei gleichem Neigungswinkel sieht ein 60-Meter-Buckel aus wie ein 600-Meter-Berg. Höhenlinien legen einen Maßstab darüber, und wo sie eng stehen, ist es steil, ob das Licht es nun getroffen hat oder nicht. Gezogen werden sie mit Marching Squares durch dasselbe Höhenraster, das auch die Schattierung erzeugt.
Die Legende ist der Schalter: ein Klick blendet eine Ebene aus und wieder ein — Gelände, Straßen, Radwege, Gewässer, Gipfel, Orte, Wind. Auf einer Karte, die all das gleichzeitig trägt, ist das mehr wert als eine Legende, die nur erklärt, was ohnehin zu sehen ist. Was du ausschaltest, bleibt gespeichert.
Jedes Dreieck trägt seine Höhe in Metern, auch die ohne Namen. Beschriftungen werden nach Wichtigkeit gesetzt — große Orte, dann Gipfelnamen, dann Höhen, dann kleine Orte, zuletzt Straßennummern — und was keinen freien Platz findet, entfällt. Auf einer Karte mit Gelände, Straßen, Orten und Gipfeln überschrieb sonst alles alles: „Kahlenberg" lag quer über Klosterneuburg. Ein entfallener Gipfelname kostet nichts, weil jeder Gipfel unter der Karte als Chip steht.
Die Dreiecke sind Gipfel, die man mit dem Rennrad hinauffahren kann; die Kreuze auf der Flusskarte sind Brücken, also die Stellen, an denen du die Uferseite wechseln kannst. Unter jeder Karte stehen alle eingezeichneten Gipfel als Liste — auch die, deren Beschriftung auf der Karte keinen Platz gefunden hat. Zeiger drauf, und der Marker leuchtet.
Was nur über einen Steig hinaufgeht, fehlt bewusst: der Hermannskogel ist der höchste Punkt Wiens und steht nicht drauf, weil du das Rad tragen würdest. Positionen und Höhen kommen aus OpenStreetMap — davor waren sie von Hand eingetippt und teils kilometerweit daneben. Länge und Steigung der Anstiege bleiben Schätzungen für die gängige Auffahrt.
Vier Donaus
Im Ausschnitt Wien ist der Fluss ein Fluss mit vier Armen statt einer blauen Linie. Auf der Übersicht ginge das nicht: dort ist die Donauinsel 200 m in einem 67 km breiten Rahmen, also drei Pixel — ein früherer Versuch, sie dort einzuzeichnen, kam als Faden neben einem dicken blauen Band heraus und sah kaputt aus. Die Daten stimmten, der Maßstab nicht.
Die Donau ist der Strom. Die Neue Donau ist der Hochwasserarm, für den die Insel überhaupt aufgeschüttet wurde. Die Alte Donau ist ein abgeschnittener Altarm und heute ein stehender See. Der Donaukanal läuft durch die Stadt. Alle vier kommen als echte Flächen aus OpenStreetMap, nicht als Striche. Die Kreise sind die Donaubrücken — die einzigen Stellen, an denen du die Uferseite wechseln kannst, und damit die einzige Entscheidung, für die dieser Ausschnitt da ist.
Gewitter
CAPE ist der Brennstoff, der Wettercode sagt, ob die Vorhersage tatsächlich mit einer Entladung rechnet. Jedes für sich warnt zu oft — Wien hat im Sommer wochenlang genug Labilität für Gewitter, die nie kommen. Gewarnt wird deshalb nur, wenn beides zusammenkommt; hohe Labilität allein wird als Möglichkeit gemeldet, nicht als Warnung. Auf dem offenen Damm gibt es keinen Unterstand, deshalb steht das weiter oben als eine Regenwahrscheinlichkeit.
Sonnencreme, ja oder nein
Der UV-Index kommt stündlich aus der Vorhersage und wird für die Stunden der geplanten Fahrt gelesen, nicht für jetzt — ein Start um 17:00 trifft eine ganz andere Sonne als der Blick aus dem Fenster um Mittag.
UV 3 ist die übliche Schwelle, aber sie gilt für irgendeine Exposition, und diese Fahrten sind lang. Zweieinhalb Stunden unter mäßiger Sonne verbrennen genauso wie zwanzig Minuten unter scharfer. Die Antwort nutzt deshalb den Spitzenwert und die Stunden über der Schwelle. Ab UV 6 kommt „am Umkehrpunkt nachcremen" dazu, weil Schweiß die erste Schicht abträgt und es keinen Schatten gibt, in den man ausweichen könnte.
Grenzfälle gehen Richtung Ja. Sonnencreme, die du nicht gebraucht hättest, kostet nichts; der andere Fehler kostet eine Woche.
Woher die Höhenmeter kommen
Für jede Richtung ist der Boden zur Bauzeit alle 400 Meter entlang der Strecke abgetastet und mitgeliefert. Vorher waren es Schätzungen, die ich neben jeden Abschnitt geschrieben hatte.
Der naheliegende Weg wäre gewesen, das Höhenraster zu benutzen, das für die Schattierung ohnehin auf der Seite liegt. Der funktioniert nicht: dieses Raster hat 1,5 km zwischen den Stützstellen, also liefert eine Route daraus den Durchschnitt der Landschaft neben der Straße, nicht die Straße. Neben einem hohen Berg ist das grob falsch — der Donauradweg durch die Kahlenberger Enge läuft auf 165 m in einem Tal unter einem Kilometer Breite, und das Raster setzte ihn auf 400 m und schrieb der flachsten Strecke der Seite einen Wienerwald an Höhenmetern zu.
Zwei Dinge mussten dabei stimmen. Erstens läuft die Abtastung für die vier Donaurouten auf der vermessenen Mittellinie des Flusses statt auf geraden Linien zwischen Ortsnamen: die Donau macht ständig Bögen, und eine Gerade zwischen zwei Orten verlässt das Tal. Zweitens ist das Copernicus-Modell ein Oberflächenmodell, es misst Baumkronen mit. Im Lobau-Auwald ist das ein Sägezahn von 25 m alle paar hundert Meter, der einer pfeilebenen Strecke 600 Höhenmeter andichtete. Geglättet wird deshalb über 2 km, und erst Unterschiede ab 5 m zählen.
Bei einer Strecke hin und zurück zeigt die Grafik den Hinweg über die volle Breite, nicht beides nebeneinander: heimwärts ist dasselbe Bild von rechts nach links gelesen, und die doppelte Darstellung hat nur die Auflösung halbiert. Eine Runde ist kein Spiegelbild, also steht sie ganz da — und zwar in der Richtung, in der du sie fährst. Die Fläche ist nach Steigung eingefärbt, weil die Gesamtsumme schon als Zahl dasteht — was das Bild allein beantwortet, ist, ob sie als eine Wand kommt oder als fünfzig Wellen.
Runden, und in welche Richtung herum
Die meisten Richtungen hier sind hin und zurück: hinaus, umdrehen, dieselbe Linie heim. Eine Runde kommt woanders zurück, und damit stellt sie eine andere Frage. Nicht „wie weit" — eine Runde kann man nicht halbieren, ihre Länge steht fest — sondern in welche Richtung herum. Dieselbe Schleife im und gegen den Uhrzeigersinn sind zwei verschiedene Tage.
Deshalb wird jede Runde in beiden Drehrichtungen durchgerechnet und die bessere empfohlen, benannt nach dem ersten Ort, den du erreichst. „Im Uhrzeigersinn" hilft nichts, wenn man nicht weiß, wie die Schleife auf der Karte liegt; ein Ortsname ist etwas, wonach man an der ersten Kreuzung abbiegen kann.
Bei den Ufer-Runden — hinaus an einem Donauufer, über die Schleuse Greifenstein oder die Brücke in Tulln, am anderen zurück — hat diese Frage einen besseren Namen als ein Ort: sie heißt welches Ufer zuerst. Genau das sagt die Zeile dann auch an, statt dich ein Dorf auf der Karte suchen zu lassen. Beide Querungen sind nachgeschlagen und nicht angenommen: die Donaukraftwerk-Straße über die Schleuse ist in OpenStreetMap auf 1,1 km als für Räder freigegeben erfasst, nördlich davon nicht mehr — dort endet der Übergang.
Auf einer Runde heben sich die Höhenmeter außerdem nicht abschnittweise auf, sondern erst, wenn du wieder daheim bist. Das ist kein Detail: die erste Hälfte der Wienerwald-Runde hat 79 hm, die zweite 214. Die beiden Ufer-Runden dagegen kommen auf ±56 und ±61 hm — an der Donau entlang und an der Donau zurück ist flach, egal wie weit.
Pollen — und was fehlt
Erle, Birke, Gräser, Beifuß und Ragweed kommen stündlich aus der Luftqualitäts-API. Pilzsporen nicht. Die Datenquelle dahinter führt sie schlicht nicht — jede Abfrage danach wird abgelehnt — und weil die österreichischen Prognosen im Spätsommer genau damit beginnen, steht das auf der Kachel, statt als ruhiger Tag durchzugehen.
Aus demselben Grund werden Arten, die gerade praktisch null sind, beim Namen genannt statt weggelassen. „Beifuß praktisch null" und „Beifuß kennt diese Seite nicht" sind zwei verschiedene Aussagen, und eine leere Liste sah vorher nach beidem aus.
Woher die Strecken kommen
Jede Route hier bestand einmal aus Ortskoordinaten, die ich aus dem Kopf getippt hatte. Das hat der Reihe nach produziert: einen Wegpunkt 15 km die falsche Flussmündung hinauf, Kurse, die ihren eigenen Wegpunkten um 40° widersprachen, und einen „Donautreppelweg", der die Burg Greifenstein 280 m darüber war. Bei hin und zurück fällt das kaum auf, weil nur der Umkehrpunkt stimmen muss. Bei einer Runde muss der Rückweg den Hinweg treffen.
OpenStreetMap führt beschilderte Radrouten als Relationen. Rund um Wien sind das 219 benannte Routen; davon lassen sich 39 sauber zu einer Linie zusammenketten. Der Rest sind Netze, keine Routen — die „Lobau Radrouten" zerfallen in 19 Stücke — und aus einem Netz eine Strecke zu nähen erfände Abbiegungen, die niemand beschildert hat. Was durchfällt, wird beim Bauen mit Grund protokolliert, nicht halb übernommen.
Abschnitte, die einer solchen Route folgen, sind entlang ihrer echten Geometrie gezeichnet und abgetastet. Das hat sich sofort ausgezahlt: der Donauradweg (Wien) endet in Kahlenbergerdorf, und der Ort Klosterneuburg liegt 3 km davon entfernt — das Skript hat genau das gemeldet, und der Abschnitt folgt jetzt dem EuroVelo-6-Ast, der wirklich hinfährt.
Was nicht beschildert ist, steht ohne Route da und ist eine gerade Linie zwischen zwei Orten — beim Wienerwald-Übergang von Weidling nach Hadersdorf zum Beispiel, der ungeschildertes Straßenradeln ist. Das soll man den Daten ansehen, statt es zu verstecken.
Höhenmeter, in km/h
Bei einer Strecke hin und zurück ist das Klettern durch die Route fixiert: jeder Meter hinauf am Hinweg ist ein Meter hinunter am Heimweg. Die Summe ist dieselbe, egal in welche Richtung du losfährst — und genau deshalb steht sie neben dem Wind: sie ist der Teil des Aufwands, den die Vorhersage nicht ändern kann. Bei einer Runde gilt dasselbe, nur über die ganze Schleife statt über jeden Abschnitt.
Damit sich eine flache windige Strecke mit einer geschützten hügeligen vergleichen lässt, werden die Meter in die Einheit umgerechnet, die diese Seite ohnehin überall verwendet — km/h Gegenwind — indem die Leistung gleichgesetzt wird:
Steigleistung P = m · g · Höhe / Zeit
Windleistung P = ½ρ·CdA · v · ((v + hw)² − v²)
Nach hw aufgelöst ergibt das den Gegenwind, der genauso
weh getan hätte wie der Berg. Bei 85 kg Gesamtgewicht sind 300 hm auf
20 km bei 23 km/h rund 13 km/h Gegenwind — die Größenordnung stimmt.
Abfahrten zählen null: die Meter bekommst du als Geschwindigkeit zurück,
nicht als gesparte Kraft.
Sonnenuntergang und letztes Licht
Zwei verschiedene Fristen. Beim Sonnenuntergang geht die Sonne unter und du willst Licht anhaben; beim letzten Licht — dem Ende der bürgerlichen Dämmerung, Sonne 6° unter dem Horizont — siehst du den Weg wirklich nicht mehr. In Wien liegen je nach Jahreszeit 31 bis 42 Minuten dazwischen.
Die Vorhersage liefert nur den Sonnenuntergang, die Dämmerung wird hier aus der Sonnendeklination gerechnet. Aus dieser Rechnung wird allerdings nur die Dauer übernommen und auf den Sonnenuntergang der API addiert — so bleiben Zeitzone und Sommerzeit dort, wo sie hingehören.
Welche Uferseite
Jedes Ufer hat einen Expositionswert und einen geschützten Sektor — die Richtung, aus der es gedeckt ist. Auf der Handelskai-Seite blockt die Stadt den Südwesten, auf der Donaustadt-Seite Bebauung den Nordosten, die Donauinsel blockt gar nichts. Schutz nimmt den Wind nie ganz weg, rund ein Drittel erreicht dich immer:
Exposition = Grundwert · (1 − Schutzstärke · max(0, cos(w − Schutzrichtung)))
gefühlt = v · (0,35 + 0,65 · Exposition)
Kosten = Gegenwind(gefühlt) + 0,35 · |Seitenwind(gefühlt)|
Jede Hälfte wählt das Ufer mit den geringsten Kosten — deshalb unterscheidet sich die Empfehlung oft zwischen Hin- und Heimweg. Die Rechnung kippt von selbst: gegen den Wind willst du das geschützte Ufer, mit Rückenwind wird der Gegenwind-Term negativ und das offene Ufer gewinnt — du willst, dass der Wind dich erreicht, wenn er schiebt.
Es ist eine Heuristik, kein Windkanal. Entfernungen sind ungefähre Fahrkilometer. Böen an Brückenpfeilern, der Trichter an der Reichsbrücke und der offene Marchfelddamm werden dich trotzdem überraschen.